Freizeitforscher: Das soziale Engagement der Jugendlichen nimmt ab.
Laut dpa-Meldung haben immer weniger Jugendliche Lust, sich in der Freizeit sozial zu engagieren. Mehr als jeder dritte Jugendliche (35 Prozent) betrachtet die Mitarbeit in einem Verein in keinem Fall als Freizeit. 1991 waren es nur 16 Prozent. Das besagt eine Trendanalyse des Hamburger B.A.T. -Freizeit- Forschungsinstituts.
Für 56 Prozent der Jugendlichen hat danach auch die Mitarbeit in einer Partei, Gewerkschaft oder Bürgerinitiative nichts mehr mit Freizeit zu tun (1991: 41 Prozent). Die sinkende Bereitschaft soziale Verpflichtungen einzugehen, mache sich auch in der eigenen Familie bemerkbar. 46 Prozent der Jugendlichen - doppelt so viele wie 1991 - hätten keine Lust, zum Beispiel Verwandte zu besuchen.
"Für viele Jugendliche ist die Freizeit zu einer Zeit der Beliebigkeit und der unverbindlichen Kontakte geworden", sagt der Leiter des Instituts, Horst W. Opaschowski, zu der Analyse.
Die Jugend sei aber nicht schlechter als der Rest der Gesellschaft. Die Individualisierung fordere ihren Tribut. "Für die Zukunft besteht die Gefahr, dass der soziale Pflichtgedanke in der Freizeit stirbt, wenn es nicht gelingt, aus der sozialen Last wieder eine Lust zu machen", warnt Opaschowski.
Gesellschaft und Politik seien hier gefordert.
Bei einer repräsentativen Sonderbefragung wurden 383 Jugendliche im Alter von 14 bis 24 Jahren interviewt. Der Befragung lagen zwei repräsentative Erhebungen von jeweils 2.600 Personen ab 14 Jahren von 1991 und 1995 zugrunde, teilte das Institut in Hamburg mit.